«Es braucht Mut!»
Liebe Leserinnen und Leser
Angesichts der heutigen von Social Media dominierten und mit KI optimierten Welt sprach unser diesjähriger Maturredner, der bekannte Drehbuchautor und ehemalige LG-Schüler Plinio Bachmann, unseren Maturand:innen Mut zu. Mut, den eigenen Weg zu gehen, etwas zu wagen, Unbekanntes zu erkunden, Grenzen zu spüren und zu feiern, bis man umfällt. Seine geist- und sinnreiche Maturrede 2026 finden sie hier.
Mut und Zuversicht waren auch gute Begleiter unserer LG-Gemeinschaft im vergangenen Schuljahr, das als arbeits- und ereignisreich in die Annalen eingehen wird.
Nennenswert sind die folgenden Ereignisse und Events:
- Erstmals starteten wir mit 32 Klassen, 764 Schüler:innen und 153 Lehrpersonen ins Schuljahr. Die Schulleitung entschied im Frühsommer 2025, nicht nur sechs, sondern sieben erste Klassen zu führen, um den Gymnasist:innen, die in der Stadt Zürich „überzählig“ waren, einen Schulplatz zu bieten. Zum ersten Mal bildeten wir auch eine reine Mädchenklasse. Unser Schulhaus ist nun zwar sehr voll, aber gerade auch die ans LG Umgeteilten fühlen sich dank der guten Betreuung sehr wohl bei uns.
- 2026 führte das LG nicht nur wie jedes Jahr die ZAP (Zentrale Aufnahmeprüfung), sondern auch die kantonale ZAP-Nachprüfung und erstmalig die kantonale ZAP-Nach-Nachprüfung durch. Die Aufnahmeprüfungen und Korrekturarbeiten beschäftigten uns von März bis Juni und hielten uns ganz schön auf Trab.
- Ende August 2025 fand das erste von der Smiling Gecko Gruppe am LG organisierte Fundraiser-Konzert statt. Bis zum letzten Augenblick wussten wir nicht, wie viel Publikum wir damit in die Aula locken würden. Der Mut hat sich dann aber ausbezahlt - es besuchten erstaunlich viele Leute das von den Schüler:innen organisierte Konzert, sodass wir einen schönen Batzen an das Hilfswerk Smiling Gecko spenden konnten. Die Zusammenarbeit mit LG-Smiling Gecko hat sich im Verlauf des Schuljahres konsolidiert. Im Frühling 2026 konnte ich die Leitung der Smiling Gecko Gruppe am LG an Salome Hengartner, Lehrerin für Religionen/Kultur/Ethik, übergeben. Sie unterstützte und coachte unsere Gruppe für das zweite Fundraiser-Konzert am 30.05.26, das ebenfalls ein Erfolg wurde.
- Im Dezember fand die zweite X-mas Lecture statt. Das wissenschaftliche Thema, angelehnt an die X-mas Lectures in England, war „Space“. Das Rahmenprogramm wurde entsprechend gestaltet, z. B. mit dem Eröffnungssong „Fly me to the Moon“. Neu bot die X-mas Lecture auch den Austauschschülerinnen eine Bühne, um uns die Weihnachtstraditionen aus ihrem Land näher zu bringen. 2025 waren das Südafrika und Finnland.
- Das Thema „Frieden“ hat in Zeiten der weitreichenden Konflikte im Nahen und Mittleren Osten wie auch in der Ukraine eine brisante Aktualität. Die AG Theater nahm sich denn auch „Frieden“ zum Thema für die Produktion 2026, welche mich tief beeindruckte. Das Stück wurde in monatelanger Arbeit von der AG Theater unter der Leitung von Sabine und Joachim Aeschlimann erarbeitet und bot dem Publikum Einblicke in die Gedankenwelt unserer Schüler:innen. Wo genau verläuft die Grenze zwischen Frieden und Krieg? Für den zweiten Teil des Theaterabends bruachte es Mut und v. a. Durchhaltevermögen. Nach der Vorstellung wurden jeden Abend Politiker:innen von einer Schauspielerin oder einem Schauspieler zu sicherheitspolitischen Fragen interviewt. Das fiktive Stück „Frieden“ wurde so mit einem realpolitischen Kontrapunkt ergänzt. Der Höhepunkt war sicher die Vorstellung mit Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger in der Aula Rämibühl.
- Mut und volle Konzentration braucht es, wenn man vor der Kamera steht. In diesem Schuljahr fand die zweite LG-Medienwoche statt, die unseren Schüler:innen Einblicke in die Schweizer Medienlandschaft gewährte und ihnen Gelegenheit bot, unter fachkundiger Anleitung selbst Podcasts, Reportagen und Berichte zu erstellen sowie Interviews zu führen. Bereichernd waren zudem die Workshops, die wir mit Monika Schönenberger (Produzentin der Tagesschau SRF) in verschiedenen Klassen durchführen konnten. Unser Medienprofi arbeitete mehrmals mit Schüler:innen an ihrer Auftrittskompetenz, teilte ihre Erfahrungen und gab persönliche Tipps mit auf den Weg.
- Wir führten in diesem Schuljahr zum ersten Mal flächendeckend Erste-Hilfe-Kurse für Lehrpersonen durch. AED-Defibrillatoren gibt es vier auf dem Rämibühl-Gelände, aber ohne die richtige Handhabung bringen sie wenig. Der Erste-Hilfe-Refresher wurde sehr geschätzt, weshalb die Schulleitung beschlossen hat, jedes Jahr einen obligatorischen Wiederholungskurs zu organisieren.
- Der Hitzesommer 2026 sorgte für neue Rekorde und führte uns vor Augen, dass wir im kommenden Sommer eine neue Handhabe finden müssen, da Klimageräte bis auf Weiteres im Kanton nicht erlaubt sein werden. Die zahlreichen Ventilatoren, die wir für die Schulzimmer und die Arbeitsräume beschafften, konnten die Hitze (über 30 Grad in den Schulzimmern, über 37 Grad auf dem Pausenplatz) leider nicht merklich lindern. Hitze-Ferien sind seit geraumer Zeit nicht mehr erlaubt, wir werden deshalb für das kommende Schuljahr einen Hitze-Stundenplan einführen, der Entlastung bringen soll.
- Die VEGL-Exkursionen in diesem Schuljahr führten unsere fünften Klassen traditionsgemäss nach Strassburg oder in die Berge, dieses Jahr zum Morteratschgletscher bzw. durch das Martinsloch (GL/RG). Prorektor Walter Schubiger und ich begleiteten eine Klasse auf der Bergwanderung vom Glarnerland ins Bündnerland. Die Durchsteigung des Martinslochs war jedoch zu gefährlich, weshalb wir die Route über den Segnespass wählten, die beim Aufstieg gute Kondition und beim Abstieg etwas Mut voraussetzte.
Nebst den beschriebenen Ereignissen, Events und Projekten beschäftigt uns weiterhin das Projekt WegZH (Weiterentwicklung der Zürcher Maturität, Umsetzung ab 2029). Die diesjährigen Entwicklungen sind durchaus positiv für das LG: Die sieben von uns beantragten Schwerpunktfächer wurden uns alle zugesprochen. Wir werden also für den Start von WegZH die folgenden Schwerpunktfächer ausarbeiten und damit das Schulprofil erweitern:
- Sprache und Philosophie: Latein (= Latein und Philosophie)
- Philosophie, Pädagogik und Psychologie (= PPP)
- Sprache und Kultur: Spanisch (= Spanisch und Geschichte)
- Sprache und Kultur: Italienisch (= Italienisch und Geschichte)
- Medien, Identität und Kommunikation (= Deutsch, Englisch, Psychologie)
- Life Sciences (= Biologie und Chemie)
- Geopolitik (= Geografie und Geschichte)
Wir sind froh, dass wir auch weiterhin die Sonderbewilligung des MBA für den Doppelabschluss Maturität/IB am LG (und am RG) haben werden und konnten bereits eine mögliche Stundentafel für die IB-Klassen ausarbeiten.
Ein weiteres grosses Betätigungsfeld ist die Planung unserer Umzüge. In den gefühlt wöchentlichen Sitzungen für unsere Zeit im MNG (2027-2029) sowie für unseren Umzug ins Seefeld (2029) sind wir ein ganzes Stück weitergekommen. Ein grosser Dank geht an die Fachvorstände der Naturwissenschaften, die den Auftrag haben, für ihren Fachbereich bis im Sommer 2027 eine komplett neue Sammlung aufzubauen, weil die jetzigen Rämibühl-Sammlungen von unseren Schwesterschulen RG und MNG ins Provisorium auf dem Campus Irchel mitgenommen werden.
Angesichts der intensiven Arbeiten rund um die Umbauten und Umzüge, welche die Schulleitung zu stemmen hat, bewilligte die Bildungsdirektion eine befristete zusätzliche Prorektoratsstelle 2026/27 – 2029/30 sowie eine Teilzeitstelle in der Administration. Wir freuen uns sehr, dass Regula Sourlier-Künzle, Mathematiklehrerin und ehemalige LG-Schülerin, zur Prorektorin gewählt wurde. Sie hat sich in den letzten Monaten eingearbeitet und wird per Schuljahr 2026/27 starten.
Wegen noch ausstehender Budgetsprechungen verzögert sich unser Umzug ins MNG- Gebäude um mindestens ein halbes Jahr, geplant ist die Zügelei im Moment für Februar 2028.
Der grosse Schritt, nämlich der Umzug ins Seefeld, ist weiterhin für Sommer 2029 geplant.
Gerade im Zusammenhang mit unseren Umzügen kommen immer wieder neue Faktoren hinzu, welche den Zeitplan oder unsere Bauprojekte beeinflussen und verändern. Das spontane Erleben von unerwarteten Situationen, welches unser Maturredner Plinio Bachmann als so wichtig hervorhob, ist für die LG-Gemeinschaft fast schon zum Alltag geworden. Es ist schön zu sehen und zu spüren, dass nichtsdestotrotz alle mutig und optimistisch in die Zukunft blicken.
Herzliche Grüsse
Ursula Alder, Rektorin
